KI-Funktionen im ERP

Tipps & Tricks rund um KI

Künstliche Intelligenz ist kein Zukunftsthema mehr.

Mit den Releases 2026 R1 hat Haufe X360 konkrete, produktiv einsetzbare KI-Funktionen in das ERP integriert. Diese Seite gibt einen Überblick über die verfügbaren Funktionen sowie gezielte Tipps für den erfolgreichen Einsatz im Alltag. 

Warum KI strategisch wichtig ist 

Unternehmen wollen ERP-Prozesse schneller machen, manuelle Arbeit reduzieren und Entscheidungen datenbasiert treffen. Genau hier liefern die Funktionen AI Automation und der AI Assistant messbaren Nutzen. Während AI Automation wiederkehrende Abläufe End-to-End ausführt, unterstützt der AI Assistant Fachbereiche mit kontextbezogenen Antworten direkt im ERP. 

 

Kurz-Check für Entscheider 

Was bringt mir die KI konkret?

Was ist der Mehrwert? Sind es schnellere Prozesse, weniger Handarbeit, datenbasierte Entscheidungen, oder etwas anderes?

Welche Daten nutzt die KI?

Nur freigegebene allgemeine Abfragen. Sensible Felder können per Data Masking geschützt werden. 

Wo entstehen Kosten?

Steuern mit Limits, Alerts und effizienten Prompts.

Was sind die Voraussetzungen?

Gepflegte allgemeine Abfragen, definierte Rollen, klare Trigger und Regeln.

Wer entscheidet bei kritischen Aktionen?

Immer der Mensch. KI-Ergebnisse sind Vorschläge und werden verifiziert.

AI Assistant: Tipps für sofortigen Mehrwert 

Der AI Assistant ist eine Chat- und Sprachschnittstelle, über die Nutzer ERP-Daten in natürlicher Sprache abfragen können. Die Antworten erscheinen als: 

  • Text (Zusammenfassungen, Empfehlungen) 
  • Tabellen (strukturierte Datenauswertungen) 
  • Charts/Diagramme (visuelle Darstellungen) 

Der AI Assistant liefert bessere Ergebnisse, wenn Zeitraum, Objekt und Ziel klar benannt sind. Präzise Eingaben senken Rückfragen und erhöhen die Nutzbarkeit im Tagesgeschäft. 
Beispiel: Statt „Zeige Umsätze“ lieber „Zeige die monatlichen Umsätze nach Kundengruppe für Q1 2026“. 

Assistant-Ergebnisse sollten als Entscheidungshilfe genutzt werden. Vorteilhaft ist eine kurze Validierung in den zugrunde liegenden Abfragen oder Auswertungen. Per Drill-Down können die Quellen für die Antwort direkt eingesehen werden. 
Übrigens: Der AI Assistant arbeitet auf Basis der in Haufe X360 konfigurierten allgemeinen Abfragen. Je besser diese gepflegt sind, desto präziser die Antworten. 

Ein guter Einstieg sind drei bis fünf Szenarien mit hoher Wirkung, etwa Service-Priorisierung, Lead-Analyse oder Management-Zusammenfassungen.

Klare Rollen für Nutzung und Administration, kombiniert mit transparenten Token-Limits, sichern Skalierbarkeit und Kostenkontrolle.

AI Automation: Best Practices für stabile Prozesse 

AI Automation ist ein Low-Code-Framework, das es erlaubt, Feldaktualisierungen und Aktionen innerhalb eines Datensatzes per KI-gesteuerter Logik zu automatisieren. Die Verbindung erfolgt über externe LLM-Anbieter. 

Jede Automation braucht einen klaren Auslöser, definierte Fachregeln, eine Zielaktion und einen Verantwortlichen für Fehlerfälle. 

Saubere Triggerbedingungen, eindeutige Feldzuordnung und Schutz vor Doppelläufen sind entscheidend für stabile End-to-End-Prozesse. 

Keine Secrets im Klartext und Passwörter verwenden. Mit dem Data Masking können sensible Felder (z. B. Kontonummern und Preise) maskiert werden: Reale Daten verlassen das ERP-System nicht, wenn KI-Funktionen genutzt werden.

Produktive Flows benötigen Retry-Strategien, vollständiges Logging, Alerting und klar dokumentierte Recovery-Schritte. 

Ein technisch erfolgreicher Lauf ist nur dann wertvoll, wenn auch das fachliche Ergebnis stimmt. Sinnvolle KPIs sind Durchlaufzeit, Fehlerquote, Nacharbeitsaufwand und Datenqualität. 

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Prompting im ERP:
So wird KI verlässlich 

Für konsistente Ergebnisse sollten Prompts standardisiert aufgebaut sein: 

  1. Ziel: genau ein Ergebnis pro Anfrage 

  2. Kontext: erlaubte Datenquellen und Felder klar benennen 

  3. Regeln: keine erfundenen Werte, keine unzulässigen Interpretationen 

  4. Qualität: Tonalität, Länge und Fachniveau festlegen 

  5. Fehlerfall: fehlende Pflichtdaten explizit ausgeben 

  6. Ausgabeformat: strukturiert und weiterverarbeitbar 

Wann keine KI-Generierung
sinnvoll ist 

Nicht jede ERP-Aufgabe gehört in ein LLM-Szenario. Deterministische Logik ist vorzuziehen bei: 

  1. Finanz- und Steuerberechnungen 

  2. Compliance-kritischen Entscheidungen 

  3. Buchungs- und Zahlungsprozessen 

  4. Berechtigungs- und Freigabelogik 

Praxisregel: KI für Interpretation und Priorisierung, klassische Business-Logik für verbindliche Transaktionen. 

Generelle Tipps zum Umgang mit KI

Diese Tipps gelten unabhängig von der spezifischen Funktion und sind die Grundlage für einen nachhaltigen KI-Einsatz. 

Datenqualität ist alles

KI-Modelle lernen aus Daten. Sind die Daten inkonsistent, unvollständig oder falsch strukturiert, produziert die KI unbrauchbare Ergebnisse. Bevor KI-Funktionen aktiviert werden, sollte ein Daten-Audit stattfinden. 

  • Gibt es doppelte Datensätze (Kunden, Artikel, Lieferanten)? 
  • Sind Klassifizierungsfelder konsistent befüllt? 
  • Gibt es veraltete oder fehlerhafte Stammdaten? 

Prozesse zuerst dokumentieren, dann automatisieren

AI Automation baut Workflows auf Basis der tatsächlichen Prozesse. Wenn dieselbe Aufgabe von verschiedenen Mitarbeitern unterschiedlich erledigt wird, wird die Automation genauso inkonsistent sein. Erst standardisieren, dann automatisieren. 

Klein anfangen, dann skalieren

Begonnen wird mit klar abgegrenzten Use Cases, die messbaren Mehrwert liefern (z.B. automatische Klassifizierung eingehender Belege). Erst wenn diese stabil laufen und das Team Vertrauen aufgebaut hat, werden weitere Prozesse automatisiert. 

Vertrauen schrittweise aufbauen

Praxisbewährt ist ein Drei-Phasen-Modell: 

  • Assistieren (KI gibt Hinweise und Empfehlungen, Mensch entscheidet) 
  • Entscheidungsunterstützung (KI hebt Ausreißer hervor, Mensch prüft) 
  • Automation (KI führt selbstständig durch, Mensch kontrolliert im Ausnahmefall) 

Change Management nicht unterschätzen

KI bringt nur Mehrwert, wenn das Team sie auch nutzt. Das erfordert: 

  • Schulung: Welche Fragen kann ich stellen? Wie interpretiere ich Ergebnisse? 
  • Klare Kommunikation: KI ersetzt keine Entscheidungsverantwortung, sie unterstützt sie. 
  • Feedback-Schleifen: Nutzer sollen falsche oder irreführende Antworten melden, damit Prompts und Konfiguration verbessert werden können. 

6. Governance-Regeln definieren

Vor dem Produktiveinsatz müssen folgende Fragen beantwortet sein: 

  • Wer darf konfigurieren und neue Prompts anlegen?  
  • Welche Felder dürfen an externe LLMs übermittelt werden? 
  • Welche Automationen dürfen unbeaufsichtigt laufen, welche erfordern immer eine menschliche Freigabe? 

KI-Ausgaben nie blind übernehmen

Gerade in der Anfangsphase gilt: Alle KI-Ergebnisse sind Vorschläge. Besonders bei finanziellen Buchungen, Genehmigungen und kundenbezogenen Daten muss immer eine menschliche Kontrollinstanz vorhanden sein. 

Kosten aktiv steuern

LLM-Anfragen erzeugen Token-Kosten beim jeweiligen Anbieter: 

  • Identifizieren Sie teure Prompts und optimieren Sie auf Effizienz. 
  • Budget-Alerts beim LLM-Anbieter einrichten. 
  • Deaktivierung nicht genutzter Automationen, da diese unnötige Kosten verursachen können, wenn sie versehentlich ausgelöst werden. 

Fahrplan für eine KI-Einführung in der Praxis 

 

Phase 1 - Bereitschaft prüfen (Wochen 1-4)

  • Daten-Audit durchführen 
  • Prozesse dokumentieren 
  • LLM-Anbieter auswählen und Vertrag schließen 
  • Governance-Regeln festlegen 

Phase 2 - Pilotbetrieb (Wochen 5-8)

  • 1-2 Automationen für AI Automation konfigurieren und testen 
  • Power-User für AI Assistant schulen, erste Abfragen definieren 

Phase 3 - Rollout (ab Woche 9)

  • Weitere Automationen schrittweise ausrollen 
  • AI Assistant für alle relevanten Nutzer freischalten 
  • Regelmäßige Review-Runden: Was funktioniert? Was nicht? 
  • Nutzungskosten monatlich auswerten 

Häufige Fehler und Lösungen für Haufe X360 

Problem
Wahrscheinliche Ursache
Lösung
LLM-Anbieter erscheint nicht in Dropdown
Anbieter-Liste wurde nicht aktualisiert
"Aktualisieren" neben LLM-Anbieter klicken nach dem ersten Speichern
Automation aktualisiert Felder nicht richtig
Falscher Feldname im Prompt
Tool zur Überprüfung des Feldnamens nutzen (Rolle Customizer verwenden)
Inkonsistente Ergebnisse bei gleichem Datensatz
Prompt zu vage formuliert
Prompt präzisieren
Sensible Daten erscheinen in Prompt-Output
Data Masking nicht konfiguriert
Masking-Regeln in LLM-Prompts einrichten
AI Assistant liefert keine Ergebnisse
Daten nicht in einer freigegebenen allgemeinen Abfrage abgebildet
Gewünschte Abfrage freigeben, oder eigens erstellen

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