ERP Förderung: Staatliche Fördergelder für ERP-Systeme & Digitalisierung

Aktualisiert: 16. Januar 2024

13 min.

Haufe Redaktion Cloud ERP Mittelstand

Mit effizienten Cloud-ERP-Systemen können kleine und mittlere Unternehmen (KMU) effizienter, innovativer und sicherer arbeiten. Um diesen Digitalisierungssprung zu unterstützen, fördern Bundesministerien, Landesregierungen sowie die KfW den Wechsel auf eine moderne ERP-Lösung. Erfahren Sie, welche fünf Digitalisierungsförderungen 2024 für KMU besonders interessant sind und was Sie dabei beachten sollten.

KMU und Digitalisierung: Förderungen sind nötig

Die digitale Transformation ist in der heutigen Geschäftswelt unumgänglich. Unternehmen sehen sich mit einem stetig wachsenden Wettbewerbsdruck, dem Fachkräftemangel und den Anforderungen der Klimapolitik konfrontiert, was sie dazu zwingt, Digitalisierungs- und Automatisierungsmöglichkeiten zu nutzen. Obwohl viele Unternehmen die Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse als notwendiges Übel betrachten, eröffnen sich durch diesen Wandel zahlreiche neue Chancen.

Die effiziente Nutzung digitaler Technologien ermöglicht es, Arbeitsabläufe zu optimieren, Kosten zu reduzieren und langfristig einen höheren Gewinn zu erzielen. Im Zeitalter der digitalen Transformation müssen sich insbesondere mittelständische Unternehmen bewusst sein, dass die Investition in innovative Technologien nicht nur eine Anpassung an die Zeit ist, sondern auch eine strategische Weichenstellung für die Zukunft darstellt.

Ohne Investitionen in Digitalisierung wird es schwer für den Mittelstand

Die Bedeutung staatlicher Digitalisierungsförderungen für mittelständische Unternehmen wird durch eine kürzlich veröffentlichte Umfrage der KfW unterstrichen. Über 10.000 teilnehmende mittelständische Unternehmen gaben an, dass die Modernisierung des Kundenkontakts und die Integration neuer IT-Anwendungen zu den wichtigsten Digitalisierungsmaßnahmen gehören. Interessanterweise zeigt eine aktuelle Untersuchung des Deutschen Innovationsinstituts für Nachhaltigkeit und Digitalisierung (DIND), dass die Planung von Digitalisierungsmaßnahmen stark von der Unternehmensgröße abhängt. Kleinbetriebe mit weniger als 20 Mitarbeitern planen nur in zwei Dritteln der Fälle konkrete Investitionen in Digitalisierungsmaßnahmen, während mittelständische Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern in fast 90 Prozent der Fälle klare Digitalisierungspläne verfolgen.

In diesem Kontext gewinnen staatliche Förderungen für die Digitalisierung von KMU zunehmend an Bedeutung, um auch kleineren Unternehmen den Zugang zu den Vorteilen der digitalen Transformation zu erleichtern. Förderprogramme zur Digitalisierung – seien es Fördermaßnahmen des Bundes oder der einzelnen Länder – bieten eine finanzielle Unterstützung und Anreize, um die Modernisierung von Geschäftsprozessen voranzutreiben und somit die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken.

Zahlen und Fakten

  • 60 Prozent der KMU messen digitalen Technologien mittelgroße bis große Bedeutung zu
  • 17.000 Euro investieren KMU durchschnittlich pro Jahr in die Digitalisierung
  • 34 Prozent der KMU verfügen über keine digitalen Kompetenzen
  • 52 Prozent der mittelständischen Unternehmen sind nur durchschnittlich digitalisiert

Quelle: BWMK

Digitalisierungsförderung in Deutschland: Ihr Weg durch den Bürokratiedschungel

Digitalisierungsförderung in Deutschland: Ihr Weg durch den Bürokratiedschungel  Die Suche nach passenden Förderprogrammen, die für KMU die Investitionen in die Digitalisierung unterstützen, gestaltet sich in Deutschland komplex. Die Förderlandkarte ist vielfältig und nicht immer leicht zu überblicken. Normale Unternehmer haben Schwierigkeiten, rechtzeitig über Bewerbungsfristen und neue Programme informiert zu werden. Dies erschwert es, die Chancen staatlicher Förderungen optimal zu nutzen. Um die Digitalisierung von KMU voranzutreiben, ist es entscheidend, aktiv nach aktuellen Fördermöglichkeiten zu suchen und ständig informiert zu bleiben.

Unser Tipp: Kennen Sie schon den Newsletter der Förderberatung des Bundes? Hier erhalten Sie via E-Mail regelmäßig Informationen über neue Fördermaßnahmen der Bundes- und Landesregierungen. Jetzt abonnieren!

Auch Landesregierungen finanzieren Digitalisierungsmaßnahmen für KMU

Zusätzlich zu den Förderungen des Bundes existieren auch Förderprogramme der Bundesländer und ihrer Landesbanken für die Digitalisierung. Diese regionalen Programme ergänzen die bundesweiten Angebote und helfen Unternehmen, sich besser an die spezifischen Bedingungen vor Ort anzupassen. Die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern schafft eine breite Palette an Fördermöglichkeiten, um eine finanzielle Unterstützung zu erhalten. Das macht die Recherche nach der passenden Digitalisierungsförderung aber nicht einfacher.

Wir fokussieren uns in diesem Beitrag auf die Fördermaßnahmen des Bundes und der KfW. Die Maßnahmen der jeweiligen Bundesländer lassen sich am besten über die Webseiten der Wirtschaftsministerien finden, wie zum Beispiel hier für Baden-Württemberg oder hier für Bayern.

Wie unterscheiden sich die einzelnen Förderpakete?

Wie Sie die Einführung eines ERP-Systems oder einer anderen Investition in Ihre Digitalisierung finanzieren können, unterscheidet sich grundsätzlich in nicht rückzahlbare Zuschüsse oder in zinsverbilligte Darlehen.

Förderung über nicht rückzahlbare Zuschüsse

Zuschüsse sind eine besonders begehrte Form der Digitalisierungsförderung, denn eine Rückzahlung ist nicht erforderlich. In Abhängigkeit des jeweiligen Programms erhalten die Antragsteller dank der KMU-Förderung zwischen 30 und 80 Prozent der förderfähigen Investitionssumme. Damit die Kosten für den Bund nicht ausufern, sind die jeweiligen Programme mit Maximalbeträgen gedeckelt. Damit ist sichergestellt, dass für die Antragsteller immer ein Eigenanteil des Investments bestehen bleibt.

Förderung über Darlehen

Ebenso bieten Bund und Länder zinsgünstige Darlehen an, mit denen Unternehmen ihre Digitalisierungsmaßnahmen, wie etwa die Einführung eines ERP-Systems, finanzieren können. Die Laufzeiten dieser Darlehen können bis zu 20 Jahre betragen. Wichtig zu wissen: In Abhängigkeit des jeweiligen Kreditgebers sind auch Haftungsfreistellung oder Tilgungszuschüsse bei der Digitalisierung von KMU möglich.

Holen Sie sich professionelle Beratung für ihr Digitalisierungsprojekt

Lasse ich meine Digitalisierung vom Bund oder vom Land fördern? Und setze ich dabei auf einen Zuschuss oder ein Darlehen? Sollten Sie unsicher sein, welche Förderung für Ihre Digitalisierung am sinnvollsten ist, lohnt es sich garantiert, auf professionelle Förderberatungen zu setzen. Ein erster guter Startpunkt ist zum Beispiel der Lotsendienst für Unternehmen der Förderberatung des Bundes.  Aber auch die lokal ansässige Industrie- und Handelskammer (IHK) kann Ihnen weiterhelfen – finden Sie hier auf der Landkarte aller IHK in Deutschland den richtigen Ansprechpartner.

5 Digitalisierungsförderungen des Bundes, die KMU kennen sollten (Stand 2024)

Hier finden Sie eine Übersicht über die fünf wichtigsten staatlichen Fördermaßnahmen, die KMU in Deutschland dabei helfen, ihre Digitalisierungsvorhaben erfolgreich umzusetzen.

1) Digitalisierungs- & Innovationskredit der KfW (380)

Das Förderprogramm "ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit“ der KfW unterstützt Unternehmen in Deutschland bei der Finanzierung von Digitalisierungs- und Innovationsprojekten. Es bietet attraktive Zinssätze und flexible Konditionen, um Investitionen in innovative Technologien wie ein modernes ERP-System zu fördern.

Die Rahmenbedingung dieser Digitalisierungsförderung auf einen Blick:

  • Ab 2,57 % effektivem Jahreszins bei einer Mindestlaufzeit von 2 Jahren.
  • Kreditbetrag zwischen 25.000 und 25 Mio. Euro.
  • Für Investitionen und Betriebsmittel in den Bereichen Innovation und Digitalisierung.
  • Für Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten und Solo-Selbstständige.
  • Kombination mit weiteren Förderprogrammen ist möglich, so lange es nicht zu einer Überfinanzierung kommt.

 

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite der KfW: Der ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit 380.

 

2) go-digital des BMWK

Das Förderprogramm "go-digital" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse. Es bietet nicht nur finanzielle Zuschüsse für die Implementierung neuer Cloud-ERP-Lösungen, sondern auch für Investitionen in den Bereichen Online-Marketing und IT-Sicherheit.

Die Rahmenbedingung dieser Digitalisierungsförderung auf einen Blick:

  • Das BMWK bietet hier eine Übersicht aller autorisierten IT-Beratungshäuser an, die dabei helfen, das go-digital Förderprogramm für sich zu nutzen.
  • Gefördert wird dabei in zwei Schritten: Erst eine Potenzialanalyse, dann eine Umsetzungsleistung.
  • Förderberechtigt sind Betriebe mit weniger als 100 Beschäftigte bei Vertragsabschluss (einschließlich aller Partnerunternehmen und verbundenen Unternehmen) und mit einem Vorjahresumsatz oder Vorjahresbilanzsumme von höchstens 20 Millionen Euro.
  • Beratungsleistungen werden mit einer Förderquote von 50 % auf einen maximalen Beratertagessatz von 1.100 Euro netto gefördert. Der Förderumfang beträgt maximal 30 Tage in einem Zeitraum von sechs Monaten.

 

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite des BMWK: Das go-digital Digitalförderprogramm.

 

Ende des 'Digital Jetzt' Förderprogramms

Das beliebte und wahrscheinlich bekannteste Digital-Förderprogramm des Bundes „Digital Jetzt“ ist zum 31.12.2023 ausgelaufen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ist es noch ungewiss, ob künftige Folgeprogramme die gleichen Antragsverfahren und Rahmenbedingungen wie das „Digital Jetzt“-Programm beibehalten werden. Dies bedeutet das Wegfallen eines der größten bundesweiten Förderprogramme für die Digitalisierung.]

 3) Förderung von Unternehmensberatungen für KMU der BAFA

Das Programm „Förderung von Unternehmensberatungen für KMU“ des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unterstützt Unternehmen in Form von finanziellen Zuschüssen für externe Beratungsleistungen. Kleine und mittelständische Unternehmen können Fördermittel für allgemeine Beratungen, wie beispielsweise zur Optimierung von Geschäftsprozessen oder zur Markterschließung, beantragen.

Die Rahmenbedingung dieser Digitalisierungsförderung auf einen Blick:

  • Die Förderungen können seit dem 1. Januar 2023 und bis zum 31. Dezember 2026 beantragt werden.
  • Gefördert wird mit einer Anteilsfinanzierung in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses zum Beraterhonorar.
  • Jedes förderberechtigte Unternehmen erhält maximal fünf in sich abgeschlossene Beratungen (maximal zwei Beratungen pro Jahr).
  • Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten und einen Jahresumsatz von nicht mehr als 50 Millionen Euro haben eine Chance auf diese Förderleistungen.
  • Das Förderprogramm wird von zwei Bundesämtern sowie dem Europäischen Sozialfond Plus organisiert. Entsprechend komplex sind die Hürden, einen Antrag zu stellen. Wir empfehlen deshalb, sich für dieses Förderprogramm frühzeitig professionelle Beratung hinzuzunehmen.

 

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite der BAFA: Förderung von Unternehmensberatungen für KMU.

 

4) Go inno – Innovationsgutscheine des BMWK

Das Förderprogramm "go-Inno" des Bundesamts für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) ist quasi der „kleine Bruder“ des Förderprogramms „go-digital“ und hat dementsprechend vergleichbare Rahmenbedingungen. Es unterstützt Unternehmen dabei, Innovationsprojekte erfolgreich umzusetzen. Es bietet finanzielle Zuschüsse für Beratungsleistungen im Bereich Innovation, wie beispielsweise für die Entwicklung neuer Produkte oder die Optimierung von Prozessen.

Die Rahmenbedingung dieser Digitalisierungsförderung auf einen Blick:

  • Das Förderprogramm unterstützt in Form von Innovationsgutscheinen, die 50 Prozent der Ausgaben für externe Beratungsleistungen decken.
  • Aber: Nur vom BMWK autorisierte Beratungsunternehmen dürfen unterstützen.
  • Für einen Beratertag sind Ausgaben bis zu 1.100 Euro je Tagewerk zu 50 Prozent förderfähig.
  • Förderberechtigt sind Betriebe mit weniger als 100 Beschäftigte bei Vertragsabschluss (einschließlich aller Partnerunternehmen und verbundenen Unternehmen) und mit einem Vorjahresumsatz oder Vorjahresbilanzsumme von höchstens 20 Millionen Euro.

 

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite des BMWK: Das go-inno Digitalförderprogramm.

 

5) KfW-Kredit für Wachstum (290)

Das Förderprogramm "KfW-Kredit für Wachstum (290)" der KfW bietet Unternehmen in Deutschland finanzielle Unterstützung für Investitionen in ihr Wachstum. Die KfW fördert hiermit sowohl Digitalisierungsvorhaben, wie etwa die Einführung einer modernen ERP-Lösung, aber auch Innovationsvorhaben, um mit neuen, digitalen Geschäftsmodellen neue Märkte zu erschließen.

Die Rahmenbedingung dieser Digitalisierungsförderung auf einen Blick:

  • Das Förderprogramm ist für Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, die sich mehrheitlich in Privatbesitz befinden und deren Gruppenumsatz bis zwei Milliarden Euro beträgt.
  • Die KfW finanziert bis zu 50 % der Digitalisierungsvorhaben.
  • Die Beteiligung der KfW erfolgt auf Einladung der Bank, entweder direkt als Konsortialpartner oder indirekt mittels Risikounterbeteiligung.
  • Das Gesamtvolumen der Risikoübernahme zuzüglich Refinanzierungsmittel ist je Maßnahme auf 100 Millionen Euro begrenzt.

 

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite der KfW: Der KfW-Kredit für Wachstum (290).

 

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Die im vorliegenden Blogbeitrag recherchierten Informationen dienen als Überblick über die Förderlandschaft in Deutschland. Es ist wichtig zu beachten, dass dieser Artikel keine individuelle Rechtsberatung bietet, und es wird empfohlen, bei konkreten Fragen zu Förderungen professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen.