Lagerhaltung durch ERP optimieren

Aktualisiert: 06. Februar 2024

8 min.

Handel & Vertrieb Lagerlogistik

Die Herausforderungen für den Großhandel könnten nicht größer sein. Durch die Digitalisierung sieht sich die Branche nicht nur mit neuen Wettbewerbern, sondern auch mit veränderten Erwartungen der Kunden konfrontiert. Klar ist: Wer Erfolg anstrebt, muss Wettbewerbsfähigkeit beweisen. Der Einsatz eines ERP-Systems verspricht eine Optimierung der Lagerhaltung und steigert die Performance.

Vor allem im Großhandel ist die Lagerhaltung von zentraler Bedeutung, um im Wettbewerb zu bestehen. Folglich lohnt sich ein Blick auf den Bereich Lagermanagement, um die Effizienz der Großhändler zu steigern. Dabei stellt sich schnell heraus: Erfolge im Großhandel basieren wesentlich auf einem optimalen Warenfluss – innerhalb des Unternehmens sowie mit Partnern und Lieferanten. Eine Schlüsselfunktion kommt dabei digitalen Informationsflüssen und automatisierten Prozesse zu. Beide Bereiche sind wichtig für die Befriedigung von Kundenbedürfnissen. Moderne ERP-Systeme für den Großhandel bieten beste Voraussetzungen zur Optimierung des Lagermanagements. Sie bilden Geschäftsabläufe digital ab, optimieren Abläufe und sorgen dafür, dass Daten unternehmensweit jederzeit zugänglich sind.

Lagerhaltung im Großhandel: Aufgaben und Herausforderungen

Für den Erfolg eines Großhandelsunternehmens ist die Lagerhaltung von herausragender Bedeutung. Die Komplexität der Lagerung von Waren und Gütern sowie die Planung und Verwaltung von Beständen nimmt stetig zu. Um Anforderungen wie diesen auf hohem Niveau gerecht zu werden und Lagerbestände zu erfassen sowie Transportwege zu kalkulieren, setzen Unternehmen in aller Regel auf eine Lagerverwaltungssoftware. Damit Logistikprozesse reibungslos ablaufen, sollte eine effektive Lagerhaltung im Großhandel folgende Aufgaben und Funktionen erfüllen:

  • Sichern
    Mit einem effektiven Bestandsmanagement sichern Großhändler ihre Lieferfähigkeit ab. Das sorgt für Unabhängigkeit und ermöglicht flexible Reaktionen auf das Marktgeschehen.
  • Ausgleichen
    Schwankungen der Produktverfügbarkeit lassen sich mit einer intelligenten Logistik begegnen. Ein vorausschauender Lagerbestand kann dazu beitragen, Lieferengpässe auszugleichen oder hilft, eine erhöhte Nachfrage zu bedienen.
  • Veredeln
    Produkte, bei denen die Lagerung maßgeblich zur Qualität beiträgt, erhalten die Zeit zur Reife (Obst, Whiskey, Holz). Vor allem bei Lebensmitteln, die im Lager reifen, profitieren von warengerechten Logistikprozessen.
  • Konfektionieren
    Vielfach ist es Aufgabe der Lagerhaltung, Waren und Produkte durch Verpacken, und Etikettieren in eine verkaufsfähige Form zu überführen.
  • Spekulieren
    Mithilfe einer intelligenten Organisation und Koordination ist es möglich, eine vorausschauende Lagerhaltung oder Preisschwankungen auszugleichen. Größere Bestellmengen sorgen für niedrigere Einkaufspreise.

Die Produktvielfalt – häufig auch in Verbindung mit unterschiedlichen Lagerstandorten – verdeutlicht, welchen Herausforderungen Großhändler gegenüberstehen. Um ein Höchstmaß an Effektivität in der Lagerhaltung und bei Warenbewegungen zu erzielen, ist digitale Unterstützung dringend erforderlich. Der Einsatz eines ERP-Systems sorgt für ein optimales Zusammenspiel von Waren- und Informationsfluss. Das System liefert Echtzeit-Informationen, die transparente Einblicke in die Logistikprozesse ermöglichen. Auf Grundlage dieser Daten lassen sich Entwicklungen beurteilen, Entscheidungen treffen und Optimierungen vornehmen.

Gängige Strategien der Lagerhaltung

  • First in – First out (FiFo)
    Waren, die zuerst eingelagert wurden, werden als Erstes wieder ausgelagert.
  • Last in – First out (LiFo)
    Zuletzt eingelagerte Artikel werden als Erstes wieder ausgelagert.
  • First expired – First out (FeFo)
    Zur Ermittlung der Reihenfolge bei der Auslagerung wird das Haltbarkeitsdatum herangezogen. Waren, deren Haltbarkeit früher abläuft, werden zuerst ausgelagert.
  • Chaotische Lagerhaltung
    Artikel werden unsystematisch (chaotisch) über das Lager verteilt. Verkürzte Zeiten für die Kommissionierung sorgen für Effizienz.

Risiken der Lagerhaltung

Lagerhaltung und das gesamte Lagermanagement sind ein Spiegelbild der Effizienz im Unternehmen. Ziel aller Betriebe ist es, die Kosten der Lagerhaltung so gering wie möglich zu halten. Im Angesicht steigender Energie- und Arbeitskosten gilt dies umso mehr. Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und die Möglichkeit, schnell auf aktuelle Marktentwicklungen reagieren zu können, zählt für den Großhandel zu den großen Herausforderungen.

In der Theorie ist die Problematik der Lagerhaltung unstrittig. Grundsätzlich gilt: Hohe Lagerbestände gelten als Geschäftsrisiko – geringe Lagerbestände ebenfalls. Einschränkungen der Lieferketten, Lieferengpässe und Lieferverzögerungen sorgen seit geraumer Zeit dafür, dass alte Regeln nur noch eine bedingte Aussagekraft besitzen. Die Anforderungen an Lagerhaltung und Lagermanagement steigen. Ein Blick in die Praxis zeigt: Das System ist komplexer geworden.

Hinzu kommen marktspezifische Veränderungen wie saisonale Schwankungen oder steigenden Retourenzahlen, auf die Großhändler reagieren müssen. Dabei bleiben die grundsätzlichen Herausforderungen für die Unternehmen im Prinzip unverändert. Nach wie vor ist die konstante Lieferfähigkeit das übergeordnete Ziel der Unternehmen. Aber: Überbestände im Lager stellen zwar die Lieferfähigkeit sicher, hohe Lagerbestände sind keine gute Wertanlage. Sie binden Kapital. Gleichzeitig nimmt die Fähigkeit ab, schnell auf Entwicklungen der Märkte zu reagieren. Und nicht zuletzt besteht die Gefahr, dass Produkte veralten oder Werteinbußen erleiden.

Häufig scheitert eine effiziente Lagerhaltung an einer unzureichenden Digitalisierung. Fehlende Automatisierungen werden zunehmend zu einem Wettbewerbsnachteil, denn: Präzise Analysen der täglichen Warenbewegungen (Eingang/Ausgang) oder Lieferzeiten und Absatzprognosen erheben moderne ERP-Systeme kontinuierlich. Auf Grundlage dieser Informationen lassen sich wichtige Weichenstellungen vornehmen und Fehler vermeiden. Für die Minimierung von Risiken im Bereich Lagerhaltung ist es unerlässlich, mehr Effizienz in der Lagerhaltung zu erreichen.

Optimierung der Lagerhaltung

Flexibler. Schneller. Zielgerichteter. Maßnahmen zur Optimierung der Lagerhaltung zielen im Wesentlichen darauf ab, die Effizienz des Lagermanagements zu verbessern. Während digital basierte Warenwirtschaftssysteme (WWS) den Fokus im Wesentlichen auf die Abbildung des Warenflusses hinsichtlich der Beschaffung, Bedarfsermittlung, Logistik und Lagerung sowie der Verbrauchsermittlung legen, bieten moderne ERP-Systeme für den Großhandel weitaus umfassendere Möglichkeiten:

  • Lager & Logistik
  • Beschaffung, Einkauf & Disposition
  • E-Commerce
  • Customer Relationship Management (CRM)
  • Finanzen
  • Automatisierung

Die Auflistung verdeutlicht, dass ERP-Systeme auf eine Gesamtressourcenplanung im Unternehmen abzielen. So profitiert die Lagerhaltung von Automatisierungen der Bestandsverwaltung ebenso wie von automatisierten Lagerprozessen oder automatischen Bestellaufnahmen. Automatisierungen wie diese beschleunigen die Abläufe des gesamten Lagerbetriebs und sorgen für mehr Effizienz. Auswirkungen in der Praxis sind verbesserte Laufzeiten. Gleichzeitig minimiert sich der Bedarf an Lagerflächen durch optimierte Lagerlayouts.

Auf der Datenebene heben ERP-Systeme die Abgrenzungen zwischen den einzelnen Abteilungen auf. Der Hintergrund: Alle Mitarbeiter arbeiten auf einem zentralen Software-System. Die gemeinsame Datenbasis ermöglicht eine Echtzeit-Überwachung aller Prozesse. Das sorgt nicht nur für mehr Transparenz in den Bereichen Bestandsplanung und der Bestandskontrolle, sondern ermöglicht umfassende Datenanalysen und Prognosen. Echtzeit-Daten liefern jederzeit einen transparenten Einblick in die Lagerhaltung. Warnungen, hinsichtlich des Meldebestands, schnellerer Zugriff auf häufig nachgefragte Waren oder das Aufspüren von Verkaufstrends auf der Grundlage einer Nachfragevorhersage – alles das lässt sich mithilfe eines ERP-Systems effizient realisieren.

Effiziente Lagerverwaltung mit Haufe X360

Die ERP-Lösung von Haufe X360 passt sich den jeweiligen Betriebsabläufen an. Das Cloud-basierte ERP-System schafft ein digitales, vernetztes und strukturiertes Lagermanagement, das sich durch höhere Effizienz, mehr Nachhaltigkeit und einer deutlichen Kosteneinsparung auszeichnet.

Automatische Datenerfassungsfunktionen wie eine integrierte Inventur minimieren manuellen Aufwand und lassen den Traum vom papierlosen Büro wahr werden. Automatisierte Barcodescanner erledigen Routinearbeiten und erleichtern den Beschäftigten das Picking. Vorteil: Alle Informationen werden automatisch im ERP-System hinterlegt. Dadurch werden Übertragungsfehler vermieden. Denn anhand von Serien- und Chargennummern lassen sich Waren eindeutig identifizieren (Tracking) und Lagerbewegungen in allen Phasen inklusive der Standortinformation detailliert verfolgen. Alles das fördert die Effizienz der Lagerhaltung, sorgt für kurze Lieferzeit und zufriedene Kunden.

Haufe X360 passt sich den Anforderungen des Unternehmens an. Eine Implementierung des Cloud-ERP-Systems ist in wenigen Wochen möglich. Dank eines flexiblen Lizenzmodells können Mitarbeiter – auch temporär – im System aktiviert oder deaktiviert werden. Nicht nur für Großhändler mit starken saisonalen Schwankungen ist dieser Aspekt wichtig. Auch finanziell, denn: Für deaktivierte Accounts entfällt natürlich auch die jeweilige Lizenzgebühr.

 

Case Study // Beispiel aus der Praxis

Produktivität im Bestell- und Lagerwesen steigt um 30 Prozent

Der Einsatz eines digitalen Lagermanagements verbessert die Produktivität des Bestell- und Lagerwesens bei der Kochblume GmbH um 30 Prozent. Lesen Sie wie der in Hockenheim (Baden-Württemberg) ansässige Hersteller hochwertiger Küchenhelfer aus Silikon vom Einsatz des Cloud-basierten ERP-Systems Haufe X360 profitiert. [Mehr erfahren]

 

Zukunft der Lagerhaltung

Die Zukunft der ERP-Lagerlogistik ist vernetzt und automatisiert. Künftig identifizieren Sensoren automatisch neu ankommende Teile und übertragen die relevanten Daten direkt in das System. Während Lagerroboter und Drohnen die gesuchten Teile transportieren und kommissionieren, sparen sich Mitarbeiter unnötige Laufwege und können die Zeit für die Analyse relevanter Kennzahlen nutzen. Roboter werden zudem auch dank Big Data und Künstlicher Intelligenz (KI) autonom arbeiten und von selbstlernenden Systemen unterstützt.

Allgemein wird die Bedeutung von Algorithmen in Zukunft auch beim Lagermanagement zunehmen. Diese Systeme prognostizieren künftig, wann die Nachfrage nach bestimmten Waren steigt und Mitarbeiter den Bestand anpassen müssen. Dank KI kann das System das Lager zukünftig für Sie managen. Im Zentrum des Lagers der Zukunft steht daher ein ERP, bei dem sämtliche Stränge zusammenlaufen und das alle Lagerprozesse abdeckt. Und im Unterschied zu selbstständig arbeitenden Transportrobotern ist ein solches ERP-System keine Zukunftsmusik.