Qualitätsmanagement mit Maßnahmenmanagement

Aktualisiert: 06. Oktober 2023

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Haufe Redaktion Cloud ERP Produktion

Das Maßnahmenmanagement im Qualitätsmanagementsystem (QMS) ist von entscheidender Bedeutung für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Sicherstellung der Qualität von Produkten und Dienstleistungen sowie der kontinuierlichen Verbesserung von Geschäftsprozessen.

Definition

Das Maßnahmenmanagement ermöglicht die Verwaltung der Aufgaben, die zur Verbesserung der Qualität im Unternehmen beitragen sollen. Prozesse werden darüber gesteuert und dokumentiert. Dadurch werden alle Aufgaben des QMS gebündelt und gehen nicht unter. Mithilfe des Maßnahmenmanagements können Unternehmen die Qualitätsmanagementnorm ISO 9001:2015 einhalten.

Die Norm ISO 9001:2015

Die Qualitätsmanagementnorm ISO 9001:2015 ist eine international anerkannte Norm, die Unternehmen als Leitfaden für die Einführung und Umsetzung eines effektiven Qualitätsmanagementsystems (QMS) dient. Diese Norm legt die Anforderungen an ein QMS fest, um sicherzustellen, dass Organisationen Produkte und Dienstleistungen von hoher Qualität liefern und gleichzeitig die Kundenzufriedenheit steigern können. Die ISO 9001:2015 betont die Bedeutung der kontinuierlichen Verbesserung, des Risikomanagements und der Einbeziehung von Führungskräften in das Qualitätsmanagement. Sie steigert nicht nur die Qualität, sondern erhöht auch die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen auf globaler Ebene. Durch erfüllen der Anforderungen dieser Norm können Organisationen das Vertrauen ihrer Kunden gewinnen und ihre langfristige Erfolgssicherung fördern.

Die folgende Grafik zeigt den Prozess des Qualitätsmanagements:

 

Drei verschiedene Maßnahmen

Wie bereits erwähnt, umfasst das Maßnahmenmanagement die Identifikation und Umsetzung von Maßnahmen, die zur kontinuierlichen Verbesserung der Prozesse, zur Fehlerkorrektur und zur Vermeidung zukünftiger Probleme beitragen. Hier werden die drei zentralen Arten von Maßnahmen im Maßnahmenmanagement behandelt: Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP), Korrekturmaßnahmen und vorbeugende Maßnahmen.

Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP):

Der kontinuierliche Verbesserungsprozess, oft als KVP abgekürzt, ist eine systematische Methode zur Identifikation und Implementierung von Verbesserungen in allen Unternehmensbereichen. Dieser Ansatz basiert auf der Idee, dass auch kleine, inkrementelle Verbesserungen in den Geschäftsprozessen im Laufe der Zeit große positive Auswirkungen auf die Effizienz und Qualität haben können. Im Rahmen des KVP werden Mitarbeiter ermutigt, Vorschläge zur Prozessoptimierung einzureichen. Außerdem werden regelmäßige Überprüfungen und Audits durchgeführt, um Verbesserungspotenzial zu identifizieren. Der KVP fördert eine Kultur der ständigen Innovation und trägt dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens zu steigern.

Beispiel: Meetings zur Prozessoptimierung

In regelmäßig stattfindenden Meetings können Mitarbeiter ihre Ideen zur Effizienzsteigerung und Qualitätsverbesserung diskutieren. Nehmen wir an, ein Produktionsmitarbeiter schlägt vor, den Workflow in der Fertigungslinie zu ändern, um den Materialverbrauch zu reduzieren und die Produktionszeit zu verkürzen. Nach einer Analyse und Simulation wird die vorgeschlagene Änderung implementiert. Dadurch verbessert sich nicht nur die Effizienz, sondern es werden auch Ressourcen eingespart.

Korrekturmaßnahmen:

Korrekturmaßnahmen sind Schritte, die ergriffen werden, um bereits aufgetretene Probleme und Abweichungen von Qualitätsstandards zu beheben. Wenn Fehler, Mängel oder Nichtkonformitäten entstehen, sind Korrekturmaßnahmen erforderlich, um die Ursachen zu ermitteln, sofortige Lösungen zu finden und sicherzustellen, dass der Fehler nicht erneut auftritt. Die Umsetzung von Korrekturmaßnahmen ist entscheidend, um die Qualität von Produkten oder Dienstleistungen zu gewährleisten und das Vertrauen der Kunden zu erhalten. Die Identifizierung von Schwachstellen und die schnelle Reaktion darauf sind zentrale Elemente dieser Maßnahme, um weiteren Schaden zu verhindern.

Beispiel: Fehlerhaftes Produkt

Ein Betrieb erhält Kundenbeschwerden über ein Produkt, das fehlerhaft ist und in einem bestimmten Zeitraum hergestellt wurde. Die Korrekturmaßnahme in diesem Fall könnte die sofortige Einstellung der Herstellung und des Vertriebs des fehlerhaften Produkts sein. Dann wird eine detaillierte Untersuchung durchgeführt, um die Ursache des Problems zu identifizieren. Es stellt sich heraus, dass in der Produktion ein defektes Bauteil verwendet wurde. Das Unternehmen ergreift umgehend Maßnahmen, um alle Produkte mit diesem defekten Bauteil zu identifizieren und zurückzurufen. Anschließend wird sichergestellt, dass dieses Problem in Zukunft nicht mehr auftritt.

Vorbeugende Maßnahmen:

Vorbeugende Maßnahmen zielen darauf ab, potenzielle Probleme und Risiken zu erkennen und zu verhindern, bevor sie auftreten. Dieser proaktive Ansatz ist entscheidend, um zukünftige Fehler und Qualitätsprobleme zu minimieren. Vorbeugende Maßnahmen beinhalten die systematische Analyse von Risiken und Schwachstellen in Geschäftsprozessen sowie die Implementierung von präventiven Maßnahmen, um die Wahrscheinlichkeit von Problemen zu reduzieren. Dies kann Schulungen und Schulungsprogramme für Mitarbeiter, Änderungen in den Arbeitsabläufen oder die Einführung zusätzlicher Kontrollen und Prüfungen umfassen. Vorbeugende Maßnahmen tragen dazu bei, die langfristige Stabilität und Qualität eines Unternehmens sicherzustellen.

Beispiel: Lösung für nicht beeinflussbare äußere Faktoren

Ein Unternehmen ist in einer Region mit häufigen Stromausfällen tätig. Anstatt auf Stromausfälle zu reagieren, entscheidet sich das Unternehmen proaktiv dafür, eine Notstromversorgung zu implementieren, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Dies beinhaltet den Kauf von Generatoren und die Schulung des Personals für den ordnungsgemäßen Betrieb. Durch diese vorbeugende Maßnahme kann das Unternehmen Produktionsunterbrechungen verhindern und die Lieferverpflichtungen gegenüber seinen Kunden aufrechterhalten, selbst wenn Stromausfälle auftreten sollten.

Die neue Richtlinie als Erweiterung der bestehenden Gesetze

Die EU-Richtlinie zur Lohntransparenz stellt eine Erweiterung der bestehenden Regelungen zur Entgelttransparenz in Deutschland und der gesamten EU dar. In Deutschland und der EU gilt bereits der Grundsatz der Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern. Mit der neuen EU-Richtlinie soll dieses Prinzip durch verbindliche Maßnahmen effektiver umgesetzt werden.
Die EU-Mitgliedstaaten haben nach Inkrafttreten der Richtlinie bis zu drei Jahre Zeit, die darin enthaltenen Regelungen in nationales Recht umzusetzen. Dies ermöglicht eine schrittweise Integration der neuen Regelungen in die nationalen Gesetzgebungen und soll eine bessere Durchsetzung der Entgeltgleichheit in der gesamten EU gewährleisten.

Maßnahmenmanagement im ERP-System

Das Maßnahmenmanagement kann effektiv in ein ERP-System wie Haufe X360 integriert werden, um eine nahtlose und automatisierte Verwaltung der Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung, Fehlerkorrektur und Vorbeugung zu ermöglichen. Hier sind einige Möglichkeiten, wie das erreicht werden kann:

Maßnahmenverfolgung und -zuweisung:

Innerhalb des ERP-Systems können Aufgaben und Maßnahmen identifiziert und zugewiesen werden. Mitarbeiter können klare Verantwortlichkeiten für die Umsetzung von Maßnahmen übernehmen. Das System kann automatisch Erinnerungen und Fristen für die Durchführung von Maßnahmen automatisch generieren.

Eskalation und Benachrichtigungen:

Das ERP-System kann Eskalationsmechanismen bereitstellen, um sicherzustellen, dass Maßnahmen rechtzeitig ergriffen werden. Bei Verzögerungen oder Problemen können automatische Benachrichtigungen an die zuständigen Personen gesendet werden.

Dokumentation und Berichterstellung:

Maßnahmen sowie deren Status und Ergebnisse können im ERP-System dokumentiert werden. Das ermöglicht eine lückenlose Nachverfolgung und detaillierte Berichterstellung über den Fortschritt und die Wirksamkeit der Maßnahmen.

Verknüpfung mit Qualitätsdaten:

Das ERP-System kann Maßnahmen direkt mit den relevanten Qualitätsdaten verknüpfen, wie z.B. Kundenrückmeldungen, Lieferantenbewertungen und Ergebnisse von internen Audits. Dies ermöglicht eine gezielte Identifikation von Problembereichen und die Priorisierung von Maßnahmen.

Integration von Schulungs- und Schulungsmanagement:

Wenn vorbeugende Maßnahmen Schulungen oder Schulungsprogramme erfordern, kann das ERP-System die Verwaltung und Nachverfolgung dieser Schulungen unterstützen.

Risikobewertung:

ERP-Systeme können auch bei der Identifikation und Bewertung von Risiken behilflich sein, die präventive Maßnahmen erfordern. Sie können Risikofaktoren analysieren und Warnungen generieren, wenn bestimmte Schwellenwerte überschritten werden.

Die Integration des Maßnahmenmanagements in ein ERP-System kann die Effizienz, Transparenz und Wirksamkeit des Qualitätsmanagements erheblich verbessern. Es ermöglicht eine bessere Steuerung und Überwachung von Maßnahmen, was zu einer höheren Qualität, einer geringeren Fehlerquote und einer gesteigerten Kundenzufriedenheit führt.