Sanktionslisten: Alles, was Sie über Sanktionsprüfung wissen müssen

In einer zunehmend globalisierten Welt erschließen sich kleine und mittelständische Unternehmen immer mehr den internationalen Markt. Neben Wettbewerbsvorteilen und einem großen Wachstum bringt die Expansion auch einige Herausforderungen mit sich. Eine Hürde ist das stetige Überprüfen von Sanktionslisten. Was genau Sanktionslisten sind, wie die gesetzlichen Regelungen lauten und wie Sie als KMU die Listen am besten im Überblick behalten, erfahren Sie hier.

Definition Sanktionsliste

Definition Sanktionslisten

Sanktionslisten sind offizielle Register oder Verzeichnisse, die von Regierungen oder Finanzbehörden erstellt und gepflegt werden. Sie enthalten Namen von Personen, Unternehmen, Organisationen oder Ländern mit denen Geschäfte unter bestimmten Bedingungen eingeschränkt oder verboten sind. Die Listen dienen dazu, illegale Aktivitäten wie Terrorismus, Geldwäsche, Waffenhandel, Menschenrechtsverletzungen oder andere verbotene Geschäfte zu bekämpfen, indem sie Einschränkungen für finanzielle Transaktionen, Handel oder andere Geschäftsbeziehungen festlegen. Für kleine und mittelständische Unternehmen sind Sanktionslisten von entscheidender Bedeutung, da die Nichteinhaltung dieser Vorschriften zu schwerwiegenden rechtlichen Konsequenzen, finanziellen Verlusten und einem erheblichen Reputationsrisiko führen kann. Die regelmäßige Überprüfung dieser Listen ist daher unerlässlich, um sicherzustellen, dass Geschäftsbeziehungen und Transaktionen im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen stehen.

 

Funktionen von Sanktionslisten

Die Hauptfunktion von Sanktionslisten besteht darin, die Finanzströme zu überwachen, den Handel einzuschränken und die Interaktionen mit den aufgeführten Parteien zu regulieren, um potenzielle Risiken für die nationale und internationale Sicherheit zu minimieren. Für Unternehmen sind diese Listen von entscheidender Bedeutung, da sie als Leitfaden dienen, um sicherzustellen, dass Geschäftsbeziehungen und Transaktionen im Einklang mit den gesetzlichen Vorschriften stehen und potenzielle Risiken vermieden werden.

Sanktionslisten gibt es weltweit und für verschiedene Bereiche. Das heißt, es kann durchaus der Fall sein, dass es Branchen gibt, die aufgrund einer Sanktionsliste nicht mit bestimmten Firmen zusammenarbeiten können, Firmen anderer Branchen dagegen schon. 

Beispiele für Sanktionslisten sind:

  • Sanktionsliste Deutschland (auf dem Justizportal des Bundes und der Länder)
  • EU-Sanktionsliste 
  • OFAC-Sanktionsliste (vom Office Foreign Asset Control)

Sie sollten weltweit Sanktionslisten überprüfen, um zu vermeiden unwissentlich mit Firmen oder Personen zusammenzuarbeiten, die auf einer Sanktionsliste stehen. 

Das passiert, wenn Sie gegen eine Sanktionsliste verstoßen

Die Zusammenarbeit mit Unternehmen oder Personen, die auf Sanktionslisten stehen, kann für KMU schwerwiegende Folgen haben, da das Sanktionsgesetz gebrochen wurde. Deshalb sind Sanktionsüberprüfungen essenziell. Sind Sie oder Ihr Unternehmen mit einer sanktionierten Firma im Austausch, können Sie – trotz der beschränkten Haftung Ihres Unternehmens – persönlich strafrechtlich verfolgt werden und sogar eine Freiheitsstrafe riskieren. Welche Strafen Ihnen konkret drohen, können Sie im Außenwirtschaftsgesetz (AWG) nachlesen.

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Personen oder Firmen in illegale Geschäfte involviert sind, können Sie das melden. Ein sogenanntes Sanktionsscreening hilft bei der Überprüfung des Verdachts. Bestätigt sich der Verdacht, wird der Fall an die Behörden weitergegeben.

Darum ist eine regelmäßige Sanktionsüberprüfung notwendig

Damit Sie rechtliche Risiken minimieren, sollten Sie regelmäßig Ihre Geschäftspartner und Kunden überprüfen. So vermeiden Sie mögliche Gesetzesverstöße, die zu schwerwiegenden finanziellen Strafen führen können. Bei gründlicher Sanktionsprüfung erkennen Sie Risiken frühestmöglich und können proaktiv handeln

So unterstützen ERP-Systeme bei der Sanktionsüberprüfung

Die Überprüfung der Sanktionslisten kann sehr mühsam und zeitaufwendig sein. ERP-Systeme wie Haufe X360 integrieren verschiedene Aspekte des Unternehmensmanagements, einschließlich Finanzen, Lieferkettenmanagement und Kundenbeziehungen. Durch die Implementierung spezialisierter Sanktionsprüfungs-Tools oder -Module können ERP-Systeme automatisierte Überprüfungen von Geschäftspartnern und Transaktionen durchführen. Sie nutzen Algorithmen und Datenbankabgleiche, um potenzielle Übereinstimmungen mit Sanktionslisten zu erkennen. Diese Technologie ermöglicht eine schnelle und umfassende Analyse großer Datenmengen in Echtzeit, um Risiken zu identifizieren und vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Die Integration von Sanktionsprüfungsmechanismen in ERP-Systeme bietet KMU eine effiziente Möglichkeit, ihre Compliance zu verbessern und gleichzeitig den Geschäftsfluss aufrechtzuerhalten, indem potenzielle Risiken frühzeitig erkannt und behoben werden.